Der Anfang ist noch nicht vorbei
Zwischen Müdigkeit und Aufbruch - wie Orientierung im Jahr entstehen kann
15. Januar 2026:
Tragfähige Orientierung ist ein Zielbild, dass man nicht festzurren kann. Sie ist eher ein inneres Wissen darum, woran ich mich halte, wenn die Umstände sich verändern. Doch wie kann ich dieses innere Wissen entstehen lassen?

Das Jahr ist angelaufen: die Kalender füllen sich, Projekte kommen in Bewegung, der Alltag hat wieder Tritt gefasst.
Und doch liegt etwas in der Luft, das sich nicht so leicht benennen lässt: eine Müdigkeit vielleicht. Ein Zögern. Schwere? Oder einfach das Gefühl, noch nicht ganz da zu sein?
In der Natur ist es um diese Zeit tatsächlich noch ruhig. Auch wenn die Tage langsam länger werden, liegt vieles noch im Rückzug. Kräfte sammeln sich, unsichtbar. Nichts drängt. Nichts muss schon «funktionieren».
Vielleicht liegt ein Teil der Müdigkeit, die manche von uns kennen genau hier: dass wir im Alltag schon wieder im vollen Lauf sind, während etwas in uns noch Winterschlaf hält. Nicht aus Faulheit. Sondern aus einem alten, klugen Rhythmus heraus.
Und doch – bei aller Ruhe – ist da auch etwas anderes: eine Ahnung. Der Anfang vom Anfang. Noch zart, noch ohne Form, aber spürbar.
Orientierung entsteht – sie wird nicht gemacht
Zu Jahresbeginn wird viel geplant, ausgerichtet, festgelegt. Und manches davon verliert schneller an Kraft, als uns lieb ist. Nicht, weil es falsch war – sondern weil die Zeit dafür noch nicht ganz reif ist.
Orientierung ist kein Zielbild, das man einmal festzurrt. Sie ist eher ein innerer Richtungssinn: ein Wissen darum, woran ich mich halte, wenn sich Umstände verändern.
Eine tragfähige Jahresausrichtung entsteht nicht durch Druck oder Entschlossenheit allein. Sie entsteht, wenn wir zuhören: dem, was schon da ist – und dem, was sich zeigen will.
Das Unstete würdigen
Diese Zeit folgt keinem linearen Prozess. Sie ist wechselhaft. Mal vorwärts, mal stockend, mal spielerisch.
Wie der Spätwinter: ein Tag mild, der nächste frostig. Wer jetzt sofort Klarheit verlangt, verpasst etwas Wesentliches. Denn vieles will zuerst wahrgenommen werden, bevor es benannt oder entschieden werden kann.
Nicht alles, was noch unscharf ist, ist ein Problem. Manches ist schlicht im Werden.
Kleine Bewegungen
Orientierung entsteht selten im grossen Wurf. Meist sind es kleine Verschiebungen: ein Innehalten, ein anderes Tempo, ein neuer Blickwinkel. So bleibt man in Bewegung, ohne aus der Bahn zu geraten. Es braucht kein radikales Umdrehen, kein Neuanfangen bei null. Kleine Korrekturen oder ein Innehalten und Reflektieren reichen oft aus, um auf Kurs zu bleiben – und den eigenen Faden wieder aufzunehmen.
Ein paar Fragen zum Innehalten
Vielleicht magst du dir – ohne Anspruch auf sofortige Antworten – einen Moment Zeit nehmen:
- Was trägt mich im Moment wirklich? Ist es im innen oder aussen?
- Wo bin ich schon im vollen Lauf, obwohl etwas in mir noch ruhen möchte? Wie kann ich meinen eigenen Rhythmus finden?
- Woran würde ich merken, dass ich gut ausgerichtet bin – auch ohne fertigen Plan?
Diese Fragen sind keine To-do-Liste. Eher ein Lauschen.
Ankerpunkte statt fixer Pläne
Vielleicht ist genau jetzt ein guter Moment, nicht alles zu planen und festzulegen, sondern erstmal nur Ankerpunkte zu setzen: Momente zum Hinspüren, Räume zum Ausrichten und oder Nachjustieren.
Kurz: Ankerpunkte sind Gelegenheiten, innezuhalten und sich zu orientieren, bevor man mit dem Schwung des Jahres plötzlich einfach mittendrin steckt.
Das erlaubt Anschlussfähigkeit an das, was sich im Jahr tatsächlich zeigt.
Wer diesen Weg nicht allein gehen möchte, sondern über das Jahr hinweg immer wieder innehalten, ausrichten und stärken will, findet dazu mein öffentliches Resilienz-Jahrestraining – Start am 2. Februar 2026. Nicht als grosser Vorsatz – sondern als verlässlicher Rahmen, mit Austausch, Praxis und Zeit zum Dranblieben.
Ich wünsche dir viel Freude beim Erkunden und spinnen deines roten Fadens durch das Jahr 2026.
Herzliche Grüsse
Barbara Seeger
P.S. Wenn dich die Frage nach Ausrichtung im organisationalen Kontext interessiert, findest du dazu eine vertiefende Perspektive in meinem Blogbeitrag vom letzten Jahr:
«Organisationale Ausrichtung – Aufbruchskraft und innere Orientierung».
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(vormals Barbara Seeger HR Consulting)
Barbara Seeger
Schulstrasse 2
4450 Sissach